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Auf die Bühne – Freiheit leben!

Die Fotos: ...wie der Ruf nach Liebe strenge Väter erweicht und 40 junge Menschen die Bühne stürmen. Die zweite Runde der interkulturellen Workshop-Tage in Witten.

Story by In Szene Gesetzt November 13th, 2017

Knapp 40 Teilnehmende zwischen 6 und 29 Jahren aus Nigeria, Afghanistan, Deutschland, dem Iran, Syrien, dem Senegal, dem Irak, Rumänien, der Türkei und Polen verbrachten vier Tage der letzten Sommerferienwoche mit Erfinden und Entwickeln eines Theaterstückes.

Gearbeitet wurde in den Sparten Schauspiel, Tanz, Musik und Puppenbau. Am Samstag Abend, dem 26. August gab es dann feierlich die öffentliche Aufführung des Ergebnisses.

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Mit dabei waren Teilnehmende von `Auf die Bühne – Welt retten!´ im Januar 2017, aber auch viele neue Gesichter aus Witten und näherer Umgebung sowie Bochum und Dortmund.

Bei der Martin-Luther-Kirchengemeinde eingemietet und vom benachbarten Imbiss `Pizzeria Classico´ mit Mittagessen versorgt, konnte jeden Tag intensiv erfunden und geprobt werden.

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Begonnen wurde täglich mit gemeinsamen Warm-ups. Hier war neben dem Kennenlernen vor allem der praktische Einblick für die Teilnehmenden in die unterschiedlichen künstlerischen Disziplinen und jeweiligen Arbeitsweisen der Workshopleiter*innen von theaterspiel wichtig.

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Zu Beginn und am Ende eines jeden Tages wurde an einer gemeinsamen Gruppenchoreografie gearbeitet, die das Ende des Theaterstücks werden sollte. Die Tage endeten mit einer gemeinsamen Auswertungsrunde. Hier wurden ausgiebig Erfahrungen ausgetauscht und Feedback gegeben.

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Am ersten Tag wurden bunte Gruppen gelost. Reihum haben die Teams die unterschiedlichen Workshops kennengelernt. Gegen Ende des Tages wurde der vorbereitete Grundplot vorgestellt und die Teilnehmenden konnten wählen in welcher Sparte sie schwerpunktmäßig arbeiten wollen.

Die unausgewogene Gruppenverteilung bereitete in der internen Auswertungsrunde der Workshopleiter*innen zuerst Kopfzerbrechen. Da die zusammengewürfelten Gruppen toll funktionierten hatten und bunt gemischt waren beschloss das Team am nächsten Morgen kurzerhand diese auch für die nächsten Tage beizubehalten.

Das Angebot lautete, jede Gruppe hat die Möglichkeit in jeder Sparte zu arbeiten. Nach kurzen emotionalen Turbulenzen waren alle einverstanden mit der Entscheidung.

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Neben der gemeinsamen choreografischen Arbeit in der Großgruppe, wurden über die 4 Tage hinweg in den kleinen Gruppen:

Szenen erarbeitet und Dialoge geschmiedet, ...

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… eine Gruppenchoreografie einstudiert, eine Kampfszene choreografiert, getanzt, …

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… gerappt, filigrane elektronische Instrumente gebaut, das Dirigieren eines Sprechchors („Soundpainting“) geübt …

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... und bunte Puppen gestaltet, die unterschiedliche Emotionen verkörpern.

Schnell entwickelte sich Enthusiasmus und Teamgeist. Und die Zusammenarbeit der verschiedenen Altersgruppen hat bestens funktioniert.

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All das erarbeitete künstlerische Material orientierte sich am Grundplot rund um die Liebe zweier junger Menschen, die aus verfeindeten Familien kommen und sich ihre Freiheit erkämpfen müssen um wirklich zusammen sein zu können.

Dabei sollten auch die Gefühle zu Wort kommen und in Form der Puppen mischten sie sich in das Geschehen ein und trieben das Stück voran. Das Thema Liebe und Freundschaft wurde bewusst gewählt, da es für die Zielgruppe virulent ist und die unterschiedlichen Auffassungen wie Beziehungen gelebt und Liebe ausgelebt werden, Konfliktpotential birgt, was für Theaterprojekte immer gut ist und damit eine gemeinsame Lösung in der Gruppe gefunden werden musste.

So erarbeitete die eine Gruppe, die Familie des Jungen, in dem die Mädchen benachteiligt werden, revoltieren und zu einem friedlichen Ende beitragen. Eine andere Gruppe erarbeitete die Familie des Mädchens, in der ein sehr restriktiver Vater versucht, den Freiheitsbestrebungen der Tochter Einhalt zu gebieten.

Die Tanzgruppe erarbeitete die Peergroups, also die Freunde der Protagonisten, die zuerst verfeindet sind und dann Frieden schließen. In der Gruppe der Maskenbauer wurden große Puppen gebaut, die die Gefühle darstellten.

Wie die Puzzleteile am Schluss zusammengehören blieb für alle lange spannend. Das gegenseitige einander Zusehen der einzelnen Gruppen half für das eigene Arbeiten jeweils thematische Anknüpfungspunkte zu finden.


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Der informelle Rahmen der Mittagspausen erleichterte regen Austausch und tieferes Kennenlernen. Das Miteinander war geprägt durch Herzlichkeit, Offenheit und respektvollen Umgang miteinander, was große Freude bereitet hat.

Beim Überwinden von Sprachbarrieren half eine Übersetzerin (arabisch-kurdisch-deutsch) und der arabischsprachige Workshopleiterassistent Shehab Fatoum, aber auch die gegenseitige Unterstützung der Teilnehmenden bei der Übersetzung und Vermittlung war Gold wert.

Trotz weiter Anreise mancher mit öffentlichen Verkehrsmitteln auch aus Bochum und Dortmund und aufwändiger An- und Abreise mit dem theaterspiel-Tourbus anderer, konnte jeden Tag sehr pünktlich begonnen werden, super, denn die Zeit war knapp.

Die konzentrierte Arbeit wurde auch durch den Besuch der Presse sowie eines Bundestagsabgeordneten am Donnerstag nicht gestört.

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Die Tage vergingen wie im Flug. Am Ende des dritten Tages musste dann einiges besprochen werden: Was soll für den Auftritt angezogen werden? Wer kann und möchte beim Bühnenaufbau helfen? Wie wird der morgige Tag ablaufen? und und und ... Die Aufregung war groß. Und ganz wichtig: „Ladet Freunde, Nachbarn und Familie ein!“ Die gedruckten Einladungen gingen weg wie heiße Semmeln.

Der letzte Tag begann mit technischen Vorbereitungen, nahezu alle sind dazu früher als geplant gekommen. Bühnenvorhänge wurden aufgebaut, Licht und Ton installiert, die Stuhlreihen für die Zuschauer gestellt, Willkommensplakaten auf diversen Sprachen gestaltet und zwischendurch wurden ganz nebenbei und selbstverständlich kurze Videointerviews gegeben für die filmische Dokumentation des Projekts.

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Dann ging es in den Probenendspurt. Szenen mussten vervollständigt und an den Übergängen gefeilt werden. Das Spiel mit den bunten Papierpuppen, das Dirigieren des Sprechchors und der Rap-Battle der Familienväter musste perfektioniert werden. Und absolut sicher sollte die Schlusschoreografie sitzen. Dann ging es an die letzten Durchläufe.

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Und schon kamen die ersten Gäste und waren neugierig, was die Kinder und Jugendlichen auf die Beine gestellt haben. Sie bauten draußen im Innenhof der Gemeinde für nach der Aufführung ein kleines Buffet auf, während im Kirchensaal die Generalprobe stattfand, bei der auch die Umbauten und ganz wichtig und schwer, wegen Aufregung und Vorfreude, das leise Sein hinter der Bühne geübt wurde.

Ein tolles Ergebnis gab es zu sehen, zum Glück mit Happy End für die Liebenden.

Beim Ausklang wurden noch schnell Selfies gemacht und E-Mailadressen ausgetauscht, damit Erinnerungen und Infos zu neuen Projekten ausgetauscht werden können. Getrübt war die Stimmung beim Abschied, denn wer weiß schon wann man sich wo wiedersieht.

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Und Recht hatten die Teilnehmenden mit den Fragen der letzten Wochen, wo denn nun Fotos und Film zum Projekt bleiben. Längst überfällig sind nun hoffentlich viele Erinnerungen an das gemeinsam Erlebnis aufgefrischt.

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Die vier intensiven Arbeitstage waren für alle Beteiligten ein großer Erfolg. Deshalb arbeiten wir an der dritten Runde, die es vielleicht im Mai 2018 geben wird.

Lust aufs Mitmachen bekommen? Für zukünftige Workshops könnt Ihr euch wieder auf unsere Interessentenliste eintragen lassen. Schickt dazu einfach eine kurze Mail mit Name, Alter und Wohnort unter dem Betreff "Interessentenliste Workshops" an info@theater-spiel.de. Sobald es Infos gibt zu neuen Projekten und Anmeldefristen, erfahrt ihr sie von uns.

Haben Sie als Veranstalter Interesse an einem ähnlichen Workshop? Kontaktieren Sie uns gern und wir besprechen individuelle Möglichkeiten.

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Impressum

Footnote: Foto: Simon Jost.Text: Laura Albrecht.
Witten, Deutschland